Ihre besondere Bedeutung erhielt die Mohnblume während des Ersten Weltkriegs. Auf den verwüsteten Schlachtfeldern Flanderns, in Ypern, Belgien wuchs der rote Klatschmohn zwischen Gräbern und Schützengräben und erinnert an das vergossene Blut der Gefallenen. Dieses eindrucksvolle Bild inspirierte den kanadischen Arzt, Oberstleutnant und Dichter John McCrae (1872 – 1918) zu seinem weltberühmten Kriegsgedicht: In Flanders Fields. Er schrieb es 1915 kurz nach dem er miterlebte, wie sein enger Freund bei einem Granatenangriff in der Zweiten Flandernschlacht gefallen war und verarbeitete darin seine Trauer, den Verlust und zugleich die Hoffnung, dass das Leben trotz allem weitergeht.
In der englischsprachigen Welt wurde in «Flanders Fields» zum populärsten Gedicht über den Ersten Weltkrieg und die Mohnblüte als Remembrance Poppy zum Symbol für die Gefallenen.
Inspiriert begann Anna Guérin, eine Französischlehrerin, die zur Kriegsspendensammlerin wurde, ab September 1919 an festgelegten Tagen Mohnblumen zu verkaufen. Anschliessend wandte sie sich an die amerikanischen, kanadischen und britischen Legionen, um zu bitten, dass der Mohn als Emblem der Erinnerung anerkannt wird. Der Poppy Appeal begann erstmals 1921.