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Nicht die Trauer ist das Problem, sondern der Verlust.

Chris Paul (*1962)

Über meine Arbeit als
Trauerbegleiterin

Ich begleite Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene nach dem Tod eines geliebten Menschen ebenso wie bereits im Prozess des Abschiednehmens und Sterbens. Mit Fachwissen und Erfahrung unterstütze ich Sie dabei, Ihren eigenen Weg durch die Trauer zu finden, Schritt für Schritt und in Ihrem Tempo. Meine Arbeit ist methodisch fundiert, ressourcenorientiert und entwicklungsangepasst. 

Ihre Trauer kann ich Ihnen nicht abnehmen. Doch ich begegne Ihnen mit offenem, aufmerksamem Zuhören und begleite Sie dabei, Ihren individuellen Trauerprozess selbstbestimmt zu gestalten. Gemeinsam entdecken wir Wege und Methoden, mit denen Sie aus Ihren eigenen Ressourcen neue Kräfte schöpfen können. 

Das Wertschätzen aller Gefühle ist mir besonders wichtig. Jedes Familienmitglied hat das Recht, das auszudrücken, was in ihm vorgeht, Traurigkeit, Wut, Freude, Verzweiflung oder Schuldgefühle. Diese Gefühle sichtbar zu machen, kann entlasten und helfen, den eigenen Weg durch die Trauer zu finden. 

Ziel meiner Arbeit ist es, Sie darin zu stärken, den Verlust als Teil Ihres Lebens anzunehmen und neue Handlungsspielräume zu entwickeln. 

Besonders die Arbeit mit Kindern liegt mir am Herzen. Hier darf ich meine kreative und spontane Seite einbringen.

Trauer-Aufgaben-Modell nach William Worden

Der amerikanische Psychologe William Worden, der sich auf Trauer und Verlust spezialisiert hat, beschreibt Trauer als aktiven Prozess, in dem Betroffene verschiedene Aufgaben bewältigen. Wie bei allen Modellen gilt auch hier, es ist nicht allgemein gültig und die einzelnen Aufgaben werden nicht starr nacheinander «abgearbeitet». Sie laufen nicht in einer festen Reihenfolge ab, sondern beeinflussen sich gegenseitig. Jede Aufgabe kann mehrfach und in unterschiedlicher Intensität auftreten.

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Aufgabe 1: Den Verlust als Realität akzeptieren

Der Tod eines geliebten Menschen trifft uns meist völlig unvorbereitet.

Auch nach Wochen und Monaten sind die heimliche Hoffnung auf die Rückkehr des Verstorbenen oder Sätze wie: «Das ist alles nur ein schrecklicher Traum» keine Seltenheit. Voraussetzung für jeden Trauerprozess ist jedoch die schrittweise Realisierung und Akzeptanz des Verlusts. Dabei kann der Abschied vom Verstorbenen hilfreich sein.

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Aufgabe 2: Den Schmerz verarbeiten

Trauer geht mit vielfältigen emotionalen und körperlichen Reaktionen einher. Diese Gefühle, von Wut, Schuld, Liebe, Einsamkeit bis hin zu Sehnsucht, und von Erschöpfung, Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit, sind normal und müssen zugelassen werden. Gut gemeinte Ratschläge können eher verunsichern. Wichtig ist, den eigenen Schmerz ernst zu nehmen und ihm einen Ausdruck zu geben.

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Aufgabe 3: Sich an eine Welt ohne die verstorbene Person anpassen

Trauernde müssen ihren Alltag bewältigen und sich Schritt für Schritt in einer veränderten Welt zurechtfinden. Mit der Zeit wird sichtbar, welche Rollen und Funktionen die verstorbene Person erfüllte. Neue Aufgaben entstehen, die anfangs überfordern können. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeit, Fähigkeiten zu entwickeln, Selbstvertrauen aufzubauen und die eigene Identität neu zu definieren.

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Aufgabe 4: Eine bleibende Verbindung finden und sich gleichzeitig neu ausrichten

Diese Aufgabe verbindet Erinnerung und Neubeginn. Es gilt, dem Verstorbenen einen inneren Platz zu geben und zugleich das eigene Leben weiter zu gestalten. Erinnerungsorte, Gegenstände oder persönliche Rituale können diese Verbindung stärken. Entscheidend ist es, eine Form des Erinnerns zu finden, die trägt und nicht belastet.

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Duales Prozessmodell nach Stroebe und Schut

Ein anerkanntes Modell aktueller Trauerforschung stellt das Duale Prozessmodell dar. Das Besondere am Dualen-Prozessmodell, im Vergleich zum Aufgaben Modell (Worden) oder Phasenmodell (Kast) ist, dass die Auseinandersetzung mit dem Verlust abwechselnd zwischen zwei Polen erfolgt, die miteinander konkurrieren und sich nicht gleichzeitig bearbeiten lassen. Das bedeutet, die trauernde Person kann sich immer nur einem Pol zuwenden. Die beiden Pole sind zum einen der «verlustorientierte Pol» und zum anderen der «wiederherstellungsorientierte Pol».